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Am 19. November 2016 wurde den Zuschauern am Stockerauer Eislaufplatz ein ganz besonderes Match geboten. Exakt 70 Jahre nach seinem Geburtstag am 19. November 1946 führte Gerald Moll als Kapitän eine reine Familienmannschaft an. Siebzig Jahre war auch der Altersunterschied zwischen dem jüngsten und dem ältesten Spieler am Feld. Gerald war nämlich nicht der Älteste. Diese Ehre gebührte Walter Znenahlik senior, der österreichischen Eishockeylegende.

Wahrscheinlich ist es nicht gerade üblich, seinen siebzigsten Geburtstag am Eis zu feiern, aber für Gerald könnte es keinen besseren Ort dafür geben. Schließlich war es seine Initiative, die Ende der 80iger Jahre zur Gründung des Stockerauer Eissportvereins führte, und auch an der Namensgebung „Stock City Oilers“ war er wesentlich mitbeteiligt. Diese Vereinsgründung hatte nicht nur Einfluß auf die Sportstadt Stockerau und hunderte von Eishockeyspielern die über die Jahre auf Stockerauer Eis aktiv wurden und waren, sondern auch auf seine Familie. Dadurch lässt sich auch die Mannschaftsaufstellung für dieses denkwürdige Spiel erklären: In Geralds Team standen seine drei Söhne Dieter, Gerulf und Herwig, die alle nach etlichen Jahren in Stockeraus erster Mannschaft und beruflich bedingten, längeren eisfreien Zeiten in der KM3 wieder im Dienst von Stockerau stehen. Weiters zwei seiner Enkelkinder, Merryn und Arthur Moll aus der Stockerauer U17 und U12. Komplettiert wurde die Mannschaft von Geralds Großneffen Adrian Tiefenbrunner aus der U14 von Mödling, und seinen Neffen Gunther Gröss, Stockerauer Spieler der ersten Stunde, der mit einem Nasenbeinbruch die erste schwere Gesichtsverletzung der Vereinsgeschichte davontrug. Das war über 20 Jahre bevor Jochen Krenn seine Zähne am Eis ließ, und auch nicht der Grund, warum Jochen für dieses Spiel seine Ausrüstung herborgte und ins schwarzweiß gestreifte Trikot schlüpfte um zu pfeifen. Vielmehr gehört Jochen selbst zum treuen Urgestein der Oilers, so wie die handverlesene Auswahl der gegnerischen Mannschaft: Walter Znenahlik senior, den Gerald in den 90iger Jahren als Trainer der Oilers gewinnen konnte, war als lebendes Eishockeydenkmal schon genannt. Franz Kainz war als erster Trainer und Jugendtrainer der Vereinsgeschichte ein Vorgänger von Walter. Reiner Treven war unser erster Kärntner Legionär. Wolfgang Göbel, Hüne der Verteidigung, einst und jetzt. Leopold Fuhrmann, KM3-Veteran und unabkömmlicher Herr der Zeitnehmung. Ossi Swoboda, unser langjähriger sportlicher Leiter und ebenfalls KM3-Veteran. Günther „Bumsti“ Schneider, einer unserer ersten Goalies und jetziger Trainer der KM3. Martin Kuchler trägt heute noch das erste Stockerauer Vereinstrikot zum wöchentlichen Training der KM3. Und auch Gerald Hold ist den Oilers schon seit vielen Jahren treu.

Auch im Publikum fanden sich etliche langjährige treue Anhänger der Oilers rund um Herbert Strer in seiner Johann Binder Schutzhütte, aber nur wenige erkannten, was dem Spiel noch zusätzliche Denkwürdigkeit verlieh: An der Zeitnehmung, unauffällig und kaum bedankt, heute wie zur Gründungszeit des Vereins: Eveline Hlavacek.

Und wie ist das Match jetzt ausgegangen? Das war eigentlich gar nicht so wichtig. Aber irgendwie hat es der Gerald doch geschafft, seine Familienmannschaft zum 4:0 Sieg zu führen. Hoch soll er leben! Ad multos annos.

Dieter Moll